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Vanilla 1.1.4 Forum von Lussumo. Weitere Informationen: Dokumentation, Community.

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      CommentAuthorTiran
    • CommentTimeJan 12th 2002
     permalink

    Im Thread Waffencheck auf LarpInfo wurde die Problematik erwähnt, dass sich lange GFK-Stäbe wie z.B. bei Stabwaffen zu stark durchbiegen und es dadurch zu einem Peitscheneffekt kommen kann.

    Da ich mich in meinem Maschinenbaustudium auch mit Werkstoffkunde beschäftigen muß - unter anderem auch mit Kunststoffen und da auch mit Faserverbundswerstoffen (FVW) - lerne ich zur Zeit die Eigenschaften verschiedener FVW.
    Gerade für längere Stäbe scheint CFK (Kohlenstoffverstärke Kunststoffe) deutlich besser geeignet zu sein. Selbst die einfachen HST- und IM-CFK haben bessere Zugspannungs und Dehnungswerte als Stahl. Um jetzt den Aufschrei „Stahl? Der Verrückte will was härteres als Stahl nehmen?“ zu dämpfen, hier die Erklärung:

    CFK ist genau so aufgebaut wie GFK, nur dass anstatt Glasfasern (Siliziumoxidfasern) Kohlenstofffasern (karbonisierte C-Fasern, oft pyrolysiertes Polyacrylnitril) in einem Matrixwerkstoff (Epoxidharz) eingebettet werden. CFK hat aber bessere Materialeigenschaften:

    Faserkennwerte:

    E-Glasfaser:
    Zugfestigkeit [GPa]: 3,4 - 3,5
    E-Modul [GPa]: 72-73
    Bruchdehnung [%]: 3,3-4,8
    Spez. Zugfestig. [GPa cm^3g^-1]: 1,3-1,4
    Spez. E-Modul [GPa cm^3g^-1]: 28

    IM-CFK:
    Zugfestigkeit [GPa]: 3,4-5,9
    E-Modul [GPa]: 280-400
    Bruchdehnung [%]: 1,1-1,9
    Spez. Zugfestig. [GPa cm^3g^-1]: 2,0-3,1
    Spez. E-Modul [GPa cm^3g^-1]: 160-200

    HT-CFK:
    Zugfestigkeit [GPa]: 2,7-3,5
    E-Modul [GPa]: 228-230
    Bruchdehnung [%]: 1,2-1,4
    Spez. Zugfestig. [GPa cm^3g^-1]: 2,3-3,0
    Spez. E-Modul [GPa cm^3g^-1]: 127-150

    Bemerkung zur „schlechteren“ Bruchdehnung von CFK: Die Bruchdehnung gibt nur an, um wie viel % sich der Werkstoff ausdehnt, bevor er bricht. Für die Stabilität sind die anderen Kennwerte wichtig.

    Außerdem gibt es andere Matrixwerkstoffe außer Epoxidharz, die bessere Eigenschaften haben. Das Versagen von Kernstäben scheint nach meinen Erfahrungen eher durch ein versagen des Matrixwerkstoffes durch andauernde Stoßbelastung (Stoß im Sinne von starke Belastungen mit schmalen Lastspitzen in der Lastkurve durch z.B. Schlag) und Überdehung zu kommen. Leider habe ich zur Zeit keine Literatur über diese Problematik, aber bei Interesse an diesem Thema werden ich mal das Kunststoffinstitut aufsuchen und mich erkundigen. Vielleicht kennen sie ja CVK-Stäbe, die schlagfester und biegefester als GFK sind und dabei nicht viel teurer.

    Für die Kernstabsicherung ist mir eine weitere Lösung eingefallen, die aber bestimmt schon verwendet wird. Es gibt FVW auch als Gewebestoffe mit nicht ausgehärtetem Matrixwerkstoff. Dieses Gewebe kann man beschränkt Formen und dann durch Wärme oder Bestrahlung aushärten. Es müßte eigentlich möglich sein, aus diesem Material gerundete Kappen auf GFK-Stäbe zu machen, so dass das Polster gegen durchstoßen gesichert ist. Leder wird ja leider auf dauer spröde und ist nicht so gut zu verkleben.

    Tiran


    http://www.ithiluin.de/ - Homepage über Elfen in LARP uvm.

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      CommentAuthorToke
    • CommentTimeJan 12th 2002
     permalink

    Hilfe!! So viele Zahlen.

    Nein, aber mal im Ernst. Ich habe irgendwann mal gehört, dass Kohlefaser deswegen nicht verwendet wird, weil es angeblich mehr splittert als Glasfaser. Und diese Splitter sollen noch dazu um einiges scharfkantiger sein.

    Wenn es aber nicht so ist, dann wären alle Naginata, Hellebarden, usw. Fans sicher interessiert. vor allem, wenn das Zeug mehr aushält als der Holzstab in GFK-Rohr.

    Toke, der von solchen Dingen wenig versteht, und es auch nie! studieren will.

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      CommentAuthorTiran
    • CommentTimeJan 12th 2002
     permalink

    Wie schon gesagt … über die Schlagbelastung habe ich in meinem Script keine Zahlen gefunden. CFK wird verstärkt in der Luftfahrtindustrie und Weltraumindustire eingesetz und die Werkstoffe dort müsen wohl ein wenig mehr Aushalten als im LARP. Das Problem im LARP sind eben die hohen Querkräfte und Biegemomente senkrecht zur Faser und die durch Schläge resultierenden Vibrationen. Ich frage mal in der nächsten Zeit eine aus dem Kunststoffinstitut, was er meint.

    Tiran


    http://www.ithiluin.de/ - Homepage über Elfen in LARP uvm.

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      CommentAuthorEgberth
    • CommentTimeJan 12th 2002
     permalink

    Hi Tiran,

    hört sich ja interessant an (insbesondere für unsere 3m Piken), die Frage ist nur, wo man die Stäbe (insbes. in 3m Länge) herbekommt.

    Hast Du da irgendwelche Herstelleradressen (schön wäre Raum NRW/südl. NS)?

    Bis denn

    Dirk

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      CommentAuthorAnonymous
    • CommentTimeJan 12th 2002
     permalink

    Hi,

    vielleicht sollte man auch mal anmerken, dass die tollsten Peitschen einfach dadurch zustande kommen, dass die FALSCHEN GFK-Stäbe verwendet werden.

    Ich hab z.B. letzten Monat ein Schwert in der Hand gehabt, das bei normaler (LARP-„normal“, 1,10m) Länge bei einem abgestoppten Schlag (in die Luft) etwa 30cm nachgefedert ist. Kontrolliert kämpfen? Fehlanzeige.

    Mit einem handelsüblichen 10*12mm-Kernstab kann das nicht gehen, zumindest bei denen, die ich bisher so geliefert bekommen hab.

    Also hat der Hersteller wohl einen Dolch bauen wollen, einen dünnen Kernstab genommen, und sich dann doch überlegt, dass ein Schwert draus werden soll.

    Gut, es gibt halt ein paar Bastler, die sonderbare Waffen bauen, mag mancher sagen. ABER das war eben keine selbstgebaute Pömpfe, sondern von einem, der das „professionell“ macht (Namen führen hier nur zu den üblichen Grabenkämpfen) und sah auch ansonsten toll aus.

    Zumindest bis zu einer Waffenlänge von 2m gibt es doch eigentlich erprobte Lösungen (das 17mm-Rohr oder 15*12er Stab). Wer seinen Kampfstab mit 10*12er Stab baut, braucht sich nicht grossartig wundern, wenn es wabbelt.

    Schön, wenn es noch was besseres als die üblichen GFK-Stäbe gibt, gab ja auch mal was schlechteres (Bambus). Allerdings ist die Stabilität des Kernstabes nicht das, was mir zur Waffensicherheit als erstes einfallen würde. Dass man einen (nicht aus Platte geschnittenen, natürlich) 10*12er Kernstab in Schwertlänge zerkloppen kann, will ich gezeigt bekommen - ich schaff ja grad mal 10cm Auslenkung überm Knie (ja, vollelastisch und ohne dass es kracht im Material)

    Bernd

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      CommentAuthorAnonymous
    • CommentTimeJan 12th 2002
     permalink

    Hi,

    gemeint waren natürlich 11*15mm - Stäbe, nicht 12*15mm

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      CommentAuthorLughaid
    • CommentTimeJan 13th 2002
     permalink

    Also. eine wichtige Frage wäre natürlich dabei auch der Preis! Vielviel die Stäbe im Verhältnis zueinander kosten. Wenn Larpwaffenhersteller Gründe finden, warum GFK-Stäbe besser wären, kann das auch daran liegen, dass diese ein viel besseres Preis-Leistungsverhältnis haben…

    Ich glaube auch, dass GFK-Stäbe wirklich praktisch unzerstörbar sind. (Innerhalb einer Polsterwaffe sollte kann da wirklich nicht sehr viel passieren) Da müsste man ja schon ganz schön draufkloppen um die kaputt zu bekommen.

    Was an härteren Stäben vielleicht interessant wäre, wäre der Fakt, dass man Waffen
    a) länger bauen kann ohne dass sie allzuviel nachfedern
    b) dass man den Kernstab dünner halten kann. So könnte man die Waffen etwas grzieler gestallten, oder besser Polstern…

    Lughaid